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Der Mittwoch - 04. Juni 2014
Der Mittwoch - Ausgabe Pinneberg
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Regeln für Radler: Darauf ist zu achten
Klingelpflicht, Radwegezwang und Alkoholverbot: „Der Mittwoch“ gibt einen Überblick über Vorschriften, derer sich Rad-Enthusiasten bewusst sein sollten.
Kreis Pinneberg

Radfahren liegt im Trend und gehört, trotz aller Gefahren (siehe Seite 1), zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen – erst recht hierzulande, wo das Land platt und das Fahren mit relativ wenig Anstrengung verbunden ist. Dabei haben Pedalritter, die Ärger vermeiden wollen, einiges zu beachten. Die wichtigsten gesetzlichen Regelungen im Überblick:

Verkehrssicherheit: Die Straßenverkehrszulassungsordnung schreibt eine helltönende Klingel, zwei voneinander unabhängig funktionierende Bremsen, sowie zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale vor, die mit nach vorn und hinten wirkenden, gelben Rückstrahlern ausgestattet sind. In Sachen Beleuchtung sind ein weißes Front-, sowie ein rotes Rücklicht Pflicht. Als Alternative zum fest installierten Dynamo ist mittlerweile auch Batteriebeleuchtung erlaubt. Nicht obligatorisch, aber dennoch sinnvoll, sind Schloss, Standlichtanlage, Kettenschutz, ein stabiler Gepäckträger sowie Schutzbleche.

Radwege: Sind Radwege ausgeschildert, müssen diese auch benutzt werden. Das gilt jedoch nicht für Radwege auf der falschen Straßenseite, deren Benutzung verboten ist – „Geisterfahrern“ droht ein Bußgeld von 15 Euro. Ist kein Radweg vorhanden, müssen Radler auf der Straße fahren. Nur Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen auch den Gehweg nutzen. Kinder, die jünger als acht Jahre alt sind, müssen dies sogar.

Fahrweise: Bei der Frage Hinter- oder Nebeneinander ist die Gesetzeslage schwammig. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Nebeneinanderfahren erlaubt, „wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird.“ Dies lässt viel Interpretationsspielraum. Gruppen von mehr als 15 Personen gelten als geschlossene Verbände – hier ist das Fahren nebeneinander generell gestattet.

Alkohol: Generell gilt: Radler sollten auf Radler (und andere alkoholhaltige Getränke) verzichten. Wer einen Unfall baut oder anderweitig gegen die StVO verstößt, macht sich schon bei einem Promillewert von 0,3 strafbar. Ab 1,6 Promille begehen Radfahrer auch ohne weiteres Fehlverhalten eine Straftat.

Hunde: Das Führen von Hunden am Fahrrad ist erlaubt. Laut Sandra Rüder von der für den Kreis Pinneberg zuständigen Polizeidirektion Segeberg sei die Zahl der durch das Führen eines Hundes am Rad verursachten Unfälle verschwindend gering. Um Gefahren zu vermeiden, sollten Hundehalter die Leine allerdings nur lose in der Hand halten und keinesfalls ums Handgelenk schlingen oder gar an die Lenkstange binden.

Helm: Eine Pflicht zum Tragen eines Fahrradhelmes gibt es bislang nicht. Das Thema ist äußerst umstritten. So positioniert sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) offen gegen eine solche Regelung, die Polizei ist dafür.
jwe