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Der Mittwoch - 19. August 2015
Der Mittwoch - Ausgabe Pinneberg
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Gefahren durch Helme
Sicherheitsriemen können Kinder beim Spielen strangulieren / Stöße sorgen für Genickverletzungen
Kreis Pinneberg

Ganz klar, im Straßenverkehr sind Fahrradhelme für den Nachwuchs ein Muss. Beim Spielen und Toben auf dem Spielplatz jedoch können sie zur tödlichen Falle für Kinder werden. Beim Klettern an Spielgeräten, stellen die Schutzhelme ein erhöhtes Unfallrisiko dar. Denn mit den Haltegurten am Hals können die Mädchen und Jungen an engen Stellen oder Seilen hängen bleiben, dann besteht die Gefahr, dass sich die Kleinen strangulieren.

Die Aktiven der Aktion „Das sichere Haus“ (DSH) aus Hamburg weisen darauf hin, dass der festgeschnallte Kinnriemen beim Hängenbleiben auf den Hals drückt. Das Gewicht des Kindes ziehe es nach unten, aus eigener Kraft könne es sich nicht mehr befreien – der Riemen schnürt dann die Luft ab. „Im Extremfall kann das zum Tode des Kindes führen“, warnt Susanne Woelk, DSH-Geschäftsführerin. Der Fahrradhelm müsse deshalb auf dem Spielplatz abgenommen werden.

Vorsicht gilt auch beim Klettern auf Bäumen

Laut Deutschem Grünen Kreuz (DGK) besteht auch die Gefahr, dass Kinder sich schwere Genickverletzungen zuziehen. Das kann passieren, wenn Mädchen und Jungen beim Spielen an engen Einstiegen oder Durchlaufbarrieren mit ihren Helmen heftig anstoßen. Das DGK weist zudem darauf hin, dass nicht nur beim Klettern auf Gerüsten solche Gefahren lauern, sondern auch auf Bäumen.

Auch bei der Kleidung gibt es einiges zu beachten: Jacken oder Kapuzenpullover sollten im Halsbereich keine Kordeln oder Schnüre haben, teilt DSH mit. Kinder könnten sich daran ebenfalls strangulieren, wenn Kordel, Knoten oder Schlaufen sich in der Lücke eines Spielgeräts verfangen. „Eltern sollten die Kordeln abschneiden, ein guter Ersatz sind ein Gummizug, Druckknöpfe oder Klettverschlüsse“, so DSH weiter.

Übrigens: Lange Schlüsselbänder sind kein seltenes Accessoire bei Kindern. Da sie so „praktisch“ um den Hals gehängt werden können, droht auf Spielgeräten Erstickungsgefahr.

Kai Lehn