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Der Mittwoch - 21. Oktober 2015
Der Mittwoch - Ausgabe Pinneberg
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Selbst Helfer lernen dazu
Manche Hindernisse in Deutschland kommen nicht nur für die Flüchtlinge überraschend
Appen

Es sind häufig die banalen Kleinigkeiten im Alltag, die etlichen Flüchtlingen Probleme bereiten. „Von Mülltrennung haben viele noch nichts gehört“, berichtet Ulrich Rahnenführer. Der Appener koordiniert die Flüchtlingshilfe in seiner Heimatgemeinde und will gemeinsam mit elf ehrenamtlichen Helfern dafür sorgen, dass sich die etwa 30 Asylbewerber in dem 5000-Einwohner-Ort möglichst schnell einleben. Genau wie in etlichen anderen Städten und Gemeinden im Kreis Pinneberg lebt die Flüchtlingsarbeit auch in Appen von dem enormen freiwilligen Engagement.

„Wir versuchen, die Integration zu erleichtern“, sagt Rahnenführer. Um das zu schaffen, ziehen Gemeinde, Helfer, Vereine und die Kirche an einem Strang. Die Flüchtlinge sollen möglichst feste Ansprechpartner haben, so dass ihnen vertraute Gesichter beim Start in ein neues Leben helfen. Dabei stoßen nicht nur die Migranten auf für sie vorher unvorstellbare Hindernisse. „Von vielen Dingen hatte ich zuvor selbst nichts gehört“, sagt Gerhard Scheib, einer der vielen ehrenamtlichen Helfer. Hosram Biazed (23), Mohammad Helmee Abakri (24) und Ammar Homsi (50) aus Syrien gehören zu den Bewohnern, die von der Gemeinde in einem Haus an der Hauptstraße untergebracht wurden. Sie sind dankbar für die Willkommenskultur, die für Appen und viele andere Orte in der Region selbstverständlich ist. „Es ist toll, wie freundlich die Menschen zu uns sind“, sagt Ammar Homsi.

Lars Zimmermann