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Der Mittwoch - 09. Oktober 2019
Der Mittwoch - Ausgabe Pinneberg
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Sehnsucht nach großer Halle
Kulturkreis Kukuk stellt neues Programm vor / Ticketverkauf deckt Kosten / Schon Pläne zum 700. Geburtstag von Kummerfeld in 2020
Tanja Plock
Kummerfeld

Dass Kummerfeld keine verschlafene Gemeinde ist, beweist Heidi Guhr, Chefin beim Kummerfelder Kulturkreis (Kukuk), immer wieder. Für das laufende Halbjahr stehen einige Events an zum Beispiel Musik für Kinder und ein erfrischend anderes Akkordeonkonzert.

Seit sechs Jahren steht Guhr für den Arbeitskreis, der das kulturelle Leben in der Gemeinde bereichern will. Mitstreiter hat sie natürlich auch. Unter anderem wird sie unterstützt von Bürgermeisterin Erika Koll (SPD), Peter Koll, Ehemann der Gemeindechefin, Petra Stinski, Frank Fenger und Ivonne Sieverding. Doch die Fäden hält letztlich Guhr in der Hand.

Eintrittsgelder decken
Gagen und Ausgaben

Finanziell laufe es gut, berichtet sie. Die Kosten für Gagen und weitere Ausgaben können durch die Eintrittsgelder gedeckt werden. Bisher habe sie keine großen Schwierigkeiten gehabt, einen Künstler zu gewinnen, den sie sich gewünscht hat. Wenn die Gage stimmt, sei der Aufführungsort nicht unbedingt entscheidend. Allerdings seien die Vorlaufzeiten bei beliebten Acts immer länger – teilweise zwei Jahre im Voraus steht der Tourplan von angesagten Künstlern. Da sie selbst Kultur-Fan ist, besucht Guhr regelmäßig Veranstaltungen in Hamburg und Umgebung. Dadurch konnte sie sich ein Netzwerk von Kontakten aufbauen, von dem dann die Kummerfelder profitieren können. Mittlerweile organisiert sie mit ihrem Team vier bis fünf Veranstaltungen pro Halbjahr, am Anfang waren es vier pro Jahr.

Sie will Menschen, die denken, dass Gemeinden kulturell nichts zu bieten hätten, eines Besseren belehren. „Kummerfeld ist kein ungebildetes Dorf“, stellt sie klar. Auf einige hochkarätige Veranstaltungen wie den Auftritt von „Russendisko“-Autor Wladimir Kaminer ist sie besonders stolz. Schockiert war Guhr, als vor dem Auftritt von Yared Dibaba rassistische Aufkleber am Plakat angebracht wurden. „So etwas bei uns im Dorf: Da waren wir entsetzt.“

Problematisch sei, dass nach wie vor kein großer Raum von der Gemeinde vorgehalten wird. Zwar finden Veranstaltungen in der Event-Location Lindwurm statt und es gibt auch noch die Sporthalle vom TuS. Dennoch hätte Guhr es leichter mit einem stets verfügbaren, modernen Raum.

Auch für das kommende Jahr plant Guhr bereits reizvolle Veranstaltungen: Im März soll Bauer Harder mit „Nu is Sense“ die Menschen begeistern. Außerdem steht im kommenden Jahr der 700.  Geburtstag der Gemeinde Kummerfeld an. Guhr plant zudem ein klassisches Konzert mit Violinist Oliver Rau.