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Der Mittwoch - 09. Oktober 2019
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HSV-Panthers haben mächtig Biss
Hallen-Fussball Futsal-Team peilt mit den beiden Nationalspielern Michael Meyer und Onur Saglam den fünften deutschen Meistertitel an
Lars Zimmermann
Hamburg

Guter Fußball wird beim HSV nicht nur auf dem grünen Rasen gespielt. Dafür sorgt das Futsal-Team der Panthers, das seit 2017 Teil des HSV ist. Die 2011 gegründeten Panthers haben bereits vier Mal die deutsche Meisterschaft gewonnen und streben in der kommenden Spielzeit den fünften Titel an. In der Regionalliga Nord liegt die Mannschaft derzeit auf Platz eins. Die Panthers haben also mächtig Biss. Sie sind nicht nur ein Aushängeschild des Dinos, sondern des gesamten Hamburger Sports.

Zu den Leistungsträgern der Panthers gehören Michael Meyer und Onur Saglam, die beide auch Nationalspieler sind. „Beim Futsal muss man alles können“, nennt Meyer den größten Unterschied zwischen dem Fußball auf dem grünen Rasen und dem Futsal in der Halle. Während Aaron Hunt und Co. auf dem Feld meistens eine feste Position haben, müssen Saglam, Meyer und ihre Mannschaftskameraden flexibel sein. Verteidigung, Angriff, Spielintelligenz – im Futsal braucht man das fußballerische Rundum-Paket, um erfolgreich zu sein. Tempo, Technik, Tricks, Taktik und viele Tore machen das Spiel attraktiv für die Zuschauer. Die Spieler sind ständig in Bewegung und haben auf dem Feld keine Ruhepausen.

Meyer und Saglam glänzen aber nicht nur in der Halle. Sie spielen auch draußen höherklassig und kicken in der Landesliga. Meyer läuft für Vorwärts-Wacker Billstedt auf, Saglam für den VfL Lohbrügge. Training auf dem Feld und in der Halle, dazu manchmal zwei Spiele am Wochenende. „In manchen Wochen stehe ich fast jeden Tag auf dem Platz“, berichtet Meyer. Der Sport ist für ihn und Saglam ein wichtiger Teil ihres Lebens. Sie vollbringen Höchstleistungen, sind aber keine Vollprofis. Die Nationalspieler können den Spagat zwischen Fußball und Beruf auch dank der Unterstützung ihrer Arbeitgeber bewältigen. Saglam arbeitet bei der Polizei, Meyer ist Angestellter des HSV.

Saglam hofft, dass sich in der Futsal-Entwicklung in den kommenden Jahren einiges tut. „Ich freue mich, dass es bald eine Bundesliga geben soll“, sagt Saglam. Der entsprechende Beschluss des DFB liegt erst wenige Tage zurück. Derzeit gibt es noch vier Regionalligen, aus denen sich der Erst- und Zweitplatzierte für die Meisterschaftsendrunde qualifizieren. Sollten sich die Rahmenbedingungen verbessern, sieht Saglam bessere Perspektiven für die Nationalmannschaft. Die ist zwar durchaus konkurrenzfähig. Die Rahmenbedingungen sind im Vergleich allerdings wesentlich schlechter als in vielen anderen Ländern.

Der Futsal hat Saglam und Meyer schon jetzt viele unvergessliche Erlebnisse und Erfolge beschert. Meyer freut sich aber nicht nur über Titel und Trophäen. „Dank Futsal sehe ich mich auch mal selbst spielen“, erklärt er schmunzelnd. Der Futsal-Aufschwung zeigt sich nämlich an erhöhter Präsenz im Netz und sogar im Fernsehen. So können vor allem Länderspiele live oder zumindest als Aufzeichnung verfolgt werden.